Warum die PKV für Beamte besonders attraktiv ist
Für Beamte stellt die private Krankenversicherung den Regelfall dar – und das aus einem einfachen Grund: Der Staat übernimmt als Dienstherr einen erheblichen Teil der Krankheitskosten in Form der sogenannten Beihilfe. Die PKV versichert dann nur noch den verbleibenden Eigenanteil, was die monatlichen Beiträge deutlich senkt.
Stand 2025/2026 sind die Beihilfesätze in den meisten Bundesländern wie folgt geregelt: Beamte ohne Kinder erhalten 50 %, Beamte mit zwei oder mehr Kindern 70 % und Versorgungsempfänger (Pensionäre) ebenfalls 70 %. Diese Zahlen sind jedoch Richtwerte – die genauen Sätze variieren je nach Bundesland und Beamtenstatus.
Ein Beamter hat eine Arztrechnung von 1.000 Euro. Der Dienstherr erstattet 50 % = 500 Euro als Beihilfe. Die PKV übernimmt die restlichen 500 Euro. Ergebnis: Der Beamte zahlt 0 Euro aus eigener Tasche – trotz eines deutlich günstigeren monatlichen PKV-Beitrags als ein Angestellter.
Die Beihilfesätze 2025 im Überblick
Die Beihilfesätze richten sich nach dem Familienstand und der Anzahl der berücksichtigungsfähigen Kinder. Die folgende Tabelle zeigt die bundesweit gültigen Richtwerte nach dem Bundesbeihilfegesetz (BBhV):
| Personengruppe | Beihilfesatz | PKV deckt | Typischer Monatsbeitrag PKV |
|---|---|---|---|
| Beamte ohne Kinder | 50 % | 50 % | ca. 80–180 € / Monat |
| Beamte mit 2+ Kindern | 70 % | 30 % | ca. 50–120 € / Monat |
| Versorgungsempfänger (Pension) | 70 % | 30 % | ca. 90–200 € / Monat |
| Berücksichtigungsfähige Angehörige | 70 % | 30 % | separat zu versichern |
* Richtwerte nach BBhV. Landesrecht kann abweichen. Stand: Januar 2025.
Rechenbeispiele: Was zahlt ein Beamter 2025 tatsächlich?
Die folgenden Beispiele zeigen typische Beitragshöhen für Beihilfe-Ergänzungsversicherungen nach Abzug der Beihilfe. Die Werte sind Orientierungswerte; der tatsächliche Beitrag hängt vom Gesundheitszustand, dem Bundesland und dem gewählten Tarif ab.
Junger Beamter, 28 Jahre
Lehramt, ohne Kinder, Beihilfe 50 %
Beamtin, 40 Jahre
Verwaltung, 2 Kinder, Beihilfe 70 %
Pensionär, 65 Jahre
Ruhestand, Beihilfe 70 %
Polizeibeamter, 35 Jahre
Vollzug, ohne Kinder, Beihilfe 50 %
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Technisch können Beamte auch in der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben oder freiwillig Mitglied werden. In der Praxis ist das jedoch aus wirtschaftlicher Sicht für die meisten Beamten nachteilig:
- GKV für Beamte: Der Dienstherr zahlt keine Beihilfe für GKV-versicherte Beamte. Der volle GKV-Beitrag (2025: ∅ 16,3 % des Einkommens) muss selbst getragen werden. Bei einem Einkommen von 4.000 Euro brutto wären das rund 652 Euro monatlich.
- PKV für Beamte: Dank Beihilfe zahlen Beamte oft nur 80–200 Euro monatlich für einen umfassenden Versicherungsschutz – bei deutlich besseren Leistungen.
Für Beamte mit Kindern ist die PKV besonders attraktiv, da die Kinder über die Beihilfe des Dienstherrn (70 %) mitabgedeckt werden können und der PKV-Anteil entsprechend gering ausfällt.
Nicht jede PKV ist automatisch beihilfekonform. Achten Sie darauf, einen beihilfekonformen Tarif zu wählen, der speziell auf die Erstattungslücke nach Beihilfe ausgerichtet ist. Standard-PKV-Tarife können hier Deckungslücken aufweisen.
5 Tipps für Beamte beim PKV-Abschluss (Stand 2025)
- Beihilfekonformität prüfen: Stellen Sie sicher, dass der Tarif explizit als beihilfekonform ausgewiesen ist und die Beihilfelücke vollständig schließt.
- Früh eintreten: Je jünger und gesünder beim Vertragsabschluss, desto niedriger der Beitrag für das gesamte Berufsleben.
- Bestandsschutz beachten: PKV-Beiträge steigen mit dem Alter. Prüfen Sie Anbieter mit nachweislich stabiler Beitragsentwicklung.
- Öffnungsaktionen nutzen: Einige Versicherer bieten Beamten im ersten Jahr des Dienstverhältnisses vereinfachte Gesundheitsprüfung an.
- Berufsgruppenrabatte: Für bestimmte Beamtengruppen (Polizei, Feuerwehr, Justiz) gibt es spezifische Tarife mit angepassten Leistungen.
Häufige Fragen zur PKV für Beamte 2025
Kinderlose Beamte erhalten 50 % Beihilfe vom Dienstherrn. Beamte mit zwei oder mehr Kindern erhalten 70 %. Pensionäre und Versorgungsempfänger ebenfalls 70 %. Die genauen Sätze können je nach Bundesland leicht variieren.
Ja, das ist möglich. Allerdings erhalten GKV-versicherte Beamte in der Regel keine Beihilfe vom Dienstherrn, wodurch der volle GKV-Beitrag selbst zu tragen ist. Das macht die GKV für die meisten Beamten deutlich teurer als die PKV.
Nach Beihilfeabzug zahlen Beamte je nach Alter und Tarif meist 80–200 Euro monatlich. Beamte mit 70 % Beihilfe zahlen oft noch weniger. Nutzen Sie unseren Rechner für eine Schätzung basierend auf Ihrem Profil.
Ein beihilfekonformer Tarif ist speziell auf die Kostenerstattung nach Beihilfe ausgerichtet und deckt genau die verbleibenden 30–50 % der Krankheitskosten ab. Er vermeidet Doppelversicherungen und schließt keine Leistungen ein, die ohnehin die Beihilfe übernimmt.